Dharmachakra

Das Human Design System geht wie viele andere alte Traditionen davon aus, dass wir Wesen sind, die in veränderter Form immer wieder geboren werden. Der Mensch hat die Aufgabe, durch sein Leben zur Entwicklung der kollektiven Bewusstheit der Menschheit beizutragen. Hier geht es also nicht so sehr um persönliche Verhaltensmuster, sondern darum, zu erkennen, welchen Anteil man an dieser größeren Aufgabe hat. Das Inkarnationskreuz erklärt also, warum man lebt, was der Sinn und Zweck unserer Erfahrungen und Entscheidungen sind und was letztlich von uns übrigbleibt im kollektiven Bewusstsein.

Die 4 Positionen im Charts, welche das Inkarnationskreuz festlegen, sind die bewusste und unbewusste Aktivierungen von Sonne und Erde.

Da der unbewusste Anteil 88° des Sonnenlaufs, also ca. 3 Monate oder ein Viertel des Rades, vor dem bewussten Anteil geprägt wird, entsteht so ein Kreuz aus 4 Hauptenergien, die uns bestimmen. Im Rad ergibt dies die Geometrie der Entwicklung. Die gekreuzten Achsen sind das Sinnbild einer sich ständig verändernden und lebendigen Welt. Es erklärt die übergeordnete Bestimmung in diesem Leben und die Aufgabe, der wir uns zu unterziehen haben.
Das Inkarnationskreuz liefert eindeutige Hinweise auf die individuelle Rolle, die jeder Einzelne im Theaterstück der Illusion, das wir Leben nennen, spielt. Jedes der 64 Hexagramme ist unterteilt in 6 Linien und jede Linie charakterisiert das Hexagramm und damit auch das Inkarnationskreuz ganz unterschiedlich.

Die Anzahl der Inkarnationskreuzthemen ist überschaubar: 64 Hexagramme mit jeweils 6 Linien bilden 16 personale Kreuze mit je 4 Varianten zu je 7 Profilvariationen, 64 Juxtaposition-Kreuze und 32 transpersonale Kreuze mit je 2 Variationen zu je 7 Profilvariationen. Ergibt in Summe 768 Kreuz/Profillinien-Varianten. Was die Möglichkeiten jedoch ins Unendliche steigert ist die Tatsache, dass in jedem Chart nicht nur diese 4 Positionen wirken, sondern 22 weitere und es niemals Wiederholungen gibt.

Das Inkarnationskreuz ist also wie die Überschrift der musikalischen Partitur, die der Solist im globalen Orchester spielt, wobei jeder Musiker seine einzigartige Variation zum Besten gibt.

 

Die 4 Viertel


Inkarnationskreuz

 


Das binäre Muster der ersten und zweiten (von unten) Linie des Hexagramms unterteilt das Rad in 4 Viertel, welche entgegen dem Uhrzeigersinn folgendem Ablauf folgen und folgende übergeordnete Themen haben:

 

1. Viertel (Bewusste Sonne in Tor 13 bis 24)

1

Initiation – Geist, Begriffsbildung, logisches fokussiertes Rationalisieren, geistige Erweiterung durch die Erkenntnis des Formprinzips. Hier geht es um die geistige Essenz der Erkenntnis, welche sich um die Erforschung der Form dreht, aber nicht nur das bloße Akzeptieren sondern deren Beherrschung. Viele Tore des Emotionalzentrums sind hier versammelt – das Gefühlsleben ist also eine ernste Sache :-)

 

2. Viertel (Bewusste Sonne in Tor 2 bis 33)>

2

Zivilisation – Potential des Schaffens, Errichtens, Aufbauens, Verwirklichens, Umsetzens, die Infrastruktur. Das Transformieren von Energie in Form, die Metamorphose, das Tun an sich. Erkennen bedeutet Erbauen. Das Akzeptieren der Tatsache, dass nur ein Körper schaffen und erbauen kann – das Formprinzip an sich. Es ist ganz natürlich, dass hier alle Tore des Kehl-Zentrums zu finden sind.

 

3. Viertel (Bewusste Sonne in Tor 7 bis 44)

3

Dualität – Sexualität, Erfahrungen, Wohlbefinden, Angst, Erfolg. Der Zweck der Formbildung wird erfüllt durch die Verbindung mit anderen Menschen. Der genetische Imperativ nach Vermehrung. Hier ist das beherrschende Zentrum das Milz-Zentrum, das für Sicherheit, Gesundheit und Geborgenheit sorgt.

 

4. Viertel (Bewusste Sonne in Tor 1 bis 19)

Mutation – das Ende des Kreislaufes. Transformation bedeutet das Erkennen des Endes eines Entwicklungsprozesses. Die Forderung nach dem Annehmen und dem Herzeigen der individuellen Einzigartigkeit. Mutation heißt, man selbst zu werden. Die Hexagramme oder Tore im Viertel der Mutation sind auf alle Zentren verteilt, außer auf das Kehl-Zentrum. Hier geht es also um die nach innen gerichtete Beobachtung und Vorbereitung, nicht um die konkrete Verwandlung.